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Schnupperkurs Arbeitsgruppe Tier-Wissen

in Schnupperkurse 02.06.2015 20:27
von Birte Bernitt | 8.551 Beiträge | 8543 Punkte

Hallo liebe Interessierte,

da ich immer wieder gefragt werde, wie denn so der Ablauf unserer Arbeitsgruppe Tier-Wissen ist, möchte ich euch heute zum Kennenlernen einen Tages-Beitrag einstellen. Es war ein Tagesbeitrag zum Thema Haut. So in der Art setze ich etwa viermal die Woche Texte zur Verfügung, die auch als pdf-Datei ausgedruckt werden können. Zwischendurch gibt es Aufgaben für die Teilnehmer und in der Monatsmitte eine Hausarbeit mit einem Thema aus der Praxis.

Heute wollen wir uns das Haar anschauen. Im Anhang habe ich euch dazu auch ein Bild des Haaraufbaues angehängt. Schaut es euch in aller Ruhe an. Es übt auch, solche Bilder einmal nachzuzeichnen, um sich die einzelnen Schichten genauer einzuprägen.

Haare – Pili, das einzelne Haar – Pilus


Aufbau: Haaranteil oberhalb der Haut ist der Haarschaft – Sacapus pili
Der Anteil innerhalb der Haut ist die Haarwurzel – Radix pili
Das Haar entwickelt sich aus der Haarzwiebel – Bulbus pili

Die Haarwurzel verläuft durch einem Schaft, der Wurzelscheide genannt wird. Auch Haarbalg oder Haarfollikel wird dieser Schaft teilweise genannt.

Die innere Schicht der Wurzelscheide heißt Haarkanal und ist ja auch fast ausschließlich durch das Haar ausgefüllt. An der Hautoberfläche nennt man die Mündung des Haarkanals auch Haarbalgtrichter. Hier ist der Kanal bis in die Lederhaut etwas weiter und bietet daher Raum für die Produkte der Talg- und Schweißdrüsen.

Die weitere Wurzelscheidenschicht entspricht der Hornschicht – Stratum cornea der Haut. Sie umschließt daher den Haarkanal. Die Wurzelscheide ist zum umgebenden Gewebe dann auch wie die Haut durch eine Keimschicht – Stratum germanitivum verbunden.

Der Aufbau des einzelnen Haares:
Das Haar besteht aus einer äußeren Haarrinde - Cortex und dem inneren Haarmark – Medulla. Während die Zellen der Haarrinde einen eng verwobenen Komplex bilden, so ist das Haarmark dagegen locker mit Lufteinschlüssen aufgebaut. Die Zellen des Haarmarks können daher auch leichter abfallen.

An der Basis des einzelnen Haares finden wir die Haarpapille. Sie ragt als bindegewebige Ausstülpung in das verdickte basale Ende des Haares hinein und enthält kleinste Blutgefäße, mit denen das Haar Nährstoffe bekommt.

Damit die Haare nicht leicht ausfallen, sind sie an ihrer äußeren Fläche mit größeren Zellen ausgestattet, die sich wie Zähne in die Wurzelscheide verhaken. Die Wurzelscheide hat das entsprechende Gegenstück dazu, so dass sich die beiden Gewebeschichten gut miteinander verbinden. Denn die Zellen des Haarschaftes zeigen in Richtung Haarende, während die Zellen der Wurzelscheide in Richtung der Papille zeigen. Die Zellen am äußeren Haarschaft nennt man Kutikula-Zellen, die der Wurzelscheide nennt man Scheidenkutikula. Die Form der Zellen ist von Tierart zu Tierart etwas unterschiedlich.

Beim Wachstum der Haare unterscheidet man drei Phasen:
- Anagene Phase = Wachstumsphase, Papille gut durchblutet
- Katagene Phase = Wachstumsende, Papille immer weniger durchblutet
- Telogene Phase = Ruhephase

Wird die Papille nach einer Ruhephase erneut gut durchblutet, so entsteht ein neues Haar und schiebt das alte aus seiner Verbindung heraus bis es ausfällt.

Die Haare der Tiere haben eine sehr unterschiedlich lange Wachstumsphase. So haben die Schweifhaare des Pferdes einen sehr langen Wachstumszeitraum von etwa zwei Jahren, während das Deckhaar zweimal im Jahr gewechselt wird.
Der Fellwechsel der Tiere wird durch Lichteinfluss und Temperatureinfluss geregelt. Bei Haustieren, die auch in der Wohnung leben ist der Ablauf in der Regel etwas durcheinander, so dass das Gefühl entstehen kann, dass die Tiere ständig im Fellwechsel sind.
Der Temperatureinfluss sorgt auch dafür, dass im Frühjahr die Wollhaare mehr abgeworfen werden und im Herbst vermehrt gebildet werden.

Wollhaare ist das sogenannte Unterfell oder die Unterwolle. Diese Haare werden auch als Sekundärhaare bezeichnet, denn sie umgeben die längeren Fellhaare, die dann als Primärhaare bezeichnet werden. Um jedes Primärhaar bilden sich bei den Säugetieren entsprechend viele Wollhaare herum. Die Wollhaare unterscheiden sich von den Fellhaaren, denn sie sind sehr dünn und enthalten kein Haarmark. Die Wollhaare dienen zur Wärmeisolierung und sind daher im Winter besonders viel vorhanden. Sie haben auch keinen Haarbalgmuskel und können daher nicht wie die Fellhaare aufgestellt werden. Sie enthalten jedoch immer eine einzelne Talgdrüse.
Die Haare entspringen in der Haut aus der tiefen Schicht der Lederhaut. Manche langen Haare entspringen jedoch gar aus der Unterhaut.

Die Haare haben einen entsprechenden Verlauf an der Oberfläche. Es entsteht eine günstige schützende Haarrichtung, nämlich entgegen der Bewegungsrichtung. An den Gliedmaßen verlaufen die Haare in Richtung Boden, was auch einen guten Schutz vor Regenwasser bietet, das ablaufen kann. Und an einigen Stellen ganz individuelle Haarwirbel. Die Richtung der Haare wird auch Haarstrich bezeichnet.

Auch die Haardichte ist je nach Tierart recht unterschiedlich. Die Katzen haben eine recht hohe Haardichte mit etwa 20.000 Haaren pro Quadratzentimeter. Der Hund hat dagegen „nur“ 5000 und das Pferd etwa 1000 Haare auf der gleichen Fläche. Das Schwein mit seinen harten Borsten hat dagegen wirklich wenig mit ca. 30 Borsten pro Quadratzentimeter.

Als nächstes schauen wir uns die Talgdrüsen und Schweißdrüsen an.

Eine Hausarbeit sieht z.B. so aus. Hier nur der Teil Katze:

Aufgabenbereich Katze:

Ein sehr selbstbewusster Perserkater ist zwar verschmust, aber sobald die Katzenhaarbürste auftaucht ist seine Kooperationsbereitschaft beendet. Entsprechend schnell verfilzt sein Fell, so dass er bereits unter Narkose schon einmal komplett geschoren werden musste. Die Besitzerin würde es gern vermeiden, dass sie ihren Kater immer in Narkose legen muss und fragt euch um Rat. Gibt es von eurer Seite Ratschläge was sie machen könnte?

Wer noch Fragen zum Ablauf hat, kann sich gerne bei mir melden.

LG Birte


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